Wie erleben Friseursalons die Digitalisierung ihres Arbeitsalltags, und welchen konkreten Nutzen bringt ihnen der Einsatz digitaler Termin- und Kundenverwaltung?

Julius Unterauer – Zuletzt aktualisiert: 14. Oktober 2026
Software für Friseursalons – 12 Min. Lesedauer
Friseure erleben die Digitalisierung als lohnend: 93 % würden wieder auf ein digitales System umstellen, 40 % sogar früher. Digitale Terminverwaltung bringt vor allem weniger Terminausfälle und mehr Überblick, die Online-Buchung halbiert zusätzlich die Terminanrufe. Das zeigt die Calendall-Studie 2026 „Digitalisierung im Friseursalon“, einer Befragung von 173 Friseursalons aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol (Zufallsstichprobe unter Salons, die mit der Software Calendall arbeiten).
Die Studie folgt einer klar formulierten Forschungsfrage:
Wie erleben Friseursalons die Digitalisierung ihres Arbeitsalltags, und welchen konkreten Nutzen bringt ihnen der Einsatz digitaler Termin- und Kundenverwaltung?
Dieser Beitrag fasst die Ergebnisse zusammen: von der analogen Ausgangslage über das Erleben des Umstiegs bis zum konkreten Nutzen von digitalem Kalender, Online-Buchung und Kundenkartei. Alle Zahlen stammen aus der Studie; Methodik und Einordnung finden sich am Ende des Beitrags.
Die wichtigsten Ergebnisse auf einen Blick
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93 % der Salons würden wieder auf ein digitales System umstellen, 40 % sogar früher.
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71 % fühlten sich nach spätestens vier Wochen sicher im Umgang mit dem neuen System.
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76 % melden weniger Terminausfälle dank automatischer Terminerinnerungen.
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Mit Online-Buchung sinken die Terminanrufe (Salongröße Ø 2,2 Personen Betrieb) von Ø 7,0 auf 3,2 pro Tag.
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Salons mit Online-Buchung sparen Ø 2,8 Stunden pro Woche (ohne Online-Buchung: 1,6 Stunden).
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83 % der Teams schätzen, dass jede Kollegin in der digitalen Kundenkartei nachsehen kann.
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Erst 42 % nutzen die Online-Buchung, drei Viertel der übrigen Salons sind aber offen dafür.

Abbildung 1: Kernergebnisse. Quelle: Calendall (2026), Digitalisierung im Friseursalon, n = 173.
Ausgangslage: Papierbuch und Telefon
Vor dem Umstieg führten 59 % der befragten Salons ihr Terminbuch auf Papier. Gebucht wurde fast immer telefonisch (87 %), persönlich im Salon (70 %) oder per WhatsApp und SMS (55 %).
Das bedeutet im Alltag: Das Telefon klingelt während der Behandlung, Termine werden nebenbei eingetragen, und das Terminbuch liegt nur an einem Ort. Kein Wunder, dass zu viele Anrufe und Unterbrechungen laut Calendall-Studie 2026 der häufigste Grund für den Umstieg waren (28 %), vor Chaos im Terminbuch (19 %).

Abbildung 2: Terminverwaltung und Buchungswege vor dem Umstieg. Quelle: Calendall (2026), n = 173 bzw. 161.
Wie Friseure den Umstieg erleben
93 % der Salons würden wieder auf ein digitales System umstellen, 40 % hätten es rückblickend sogar früher gemacht. Der Umstieg ist also kein Kraftakt, sondern ein Schritt, den fast alle wieder gehen würden.
Die größte Hürde ist die Zeit für die Einrichtung (34 %). Danach geht es schnell: 71 % fühlten sich nach spätestens vier Wochen sicher, knapp ein Viertel sogar nach weniger als einer Woche. Und die Kunden? 59 % reagierten überwiegend positiv.

Abbildung 3: Hürden, Eingewöhnung, Kundenreaktion und Rückblick. Quelle: Calendall (2026), n = 173.
Auch für Technikscheue: Wer sich bei Technik nur mit 1 bis 2 von 5 Punkten einschätzt, war zu 66 % nach vier Wochen sicher und würde zu 90 % wieder umstellen.
Nutzen der Terminverwaltung: weniger Ausfälle, mehr Überblick
76 % der Salons melden weniger Terminausfälle, 46 % sogar deutlich weniger. Die Salons führen das vor allem auf automatische Terminerinnerungen zurück. Sie sind auch der am häufigsten genannte größte Vorteil eines digitalen Systems (27 %).
Dazu kommt der Überblick: Rund 90 % der Salons sehen ihre Termine heute besser, egal ob mit oder ohne Online-Buchung. Die gesparte Zeit liegt im Schnitt bei 2,1 Stunden pro Woche, hochgerechnet rund 100 Stunden im Jahr.
Mit Online-Buchung wird der Unterschied noch größer. Diese Salons können sich deutlich besser auf den Kunden am Stuhl konzentrieren (82 % statt 34 %) und sparen 2,8 statt 1,6 Stunden pro Woche.

Abbildung 4: Zustimmung zu Nutzenaussagen mit und ohne Online-Buchung. Quelle: Calendall (2026), n = 73 bzw. 100.
Online-Buchung: halb so viele Anrufe
Mit Online-Buchung sinken die Terminanrufe von durchschnittlich 7,0 auf 3,2 pro Tag. 88 % der Salons mit Online-Buchung werden heute seltener am Stuhl unterbrochen, 44 % bekommen kaum noch Terminanrufe.
74 % dieser Salons erhalten die meisten Buchungen außerhalb der Öffnungszeiten, also abends, am Wochenende oder am Ruhetag. Das sind Zeiten, in denen im Salon telefonisch niemand erreichbar ist.

Abbildung 5: Terminanrufe pro Tag vor und nach Einführung der Online-Buchung. Quelle: Calendall (2026), n = 73.
Trotzdem nutzen erst 42 % der befragten Salons die Online-Buchung. Bei Friseuren, die allein arbeiten, sind es nur 27 %, in Teams ab vier Personen gut die Hälfte.
Nutzen der Kundenverwaltung: nichts geht mehr verloren
Der größte Nutzen der digitalen Kundenkartei ist Sicherheit. In Teams sagen 83 %, dass jede Kollegin jederzeit nachsehen kann. 82 % der Salons, die Rezepturen digital speichern, bestätigen: Farbrezepturen und Notizen gehen nicht mehr verloren.
Auch im Alltag hilft die Kartei: 81 % finden Kundeninfos schneller, 57 % können ihre Kunden persönlicher betreuen. Digital festgehalten werden vor allem Kontaktdaten (95 %), Besuche und Leistungen (77 %) sowie Farbrezepturen und Notizen (51 %).

Abbildung 6: Nutzen der digitalen Kundenkartei. Quelle: Calendall (2026), Basis je Aussage in Klammern.
Bei Farbrezepturen gibt es einen klaren Unterschied: 65 % der Damen- und Unisex-Salons speichern sie digital, bei Herren-Salons und Barbern sind es 39 %.
Bedenken: „Meine Kunden rufen lieber an“
Wer keine Online-Buchung nutzt, begründet das vor allem mit den eigenen Kunden: 66 % sagen, ihre Kunden rufen lieber an. 52 % wollen selbst entscheiden, wer kommt, 42 % haben genug Stammkunden. Nur 11 % wussten nicht, dass Online-Buchung möglich ist.
Die Zahlen aus den Salons mit Online-Buchung zeichnen ein anderes Bild: Dort bucht bei 48 % schon mehr als die Hälfte aller Kunden online. Und drei Viertel der Salons ohne Online-Buchung können sie sich künftig vorstellen (27 % ja, 48 % vielleicht).

Abbildung 7: Gründe gegen Online-Buchung, Offenheit und Sorgen. Quelle: Calendall (2026), n = 100 bzw. 173.
Bei der Digitalisierung insgesamt ist Datenschutz die größte Sorge (26 %), gefolgt von den Kosten (23 %). Nur 9 % der Befragten haben gar keine Sorgen. Transparente Informationen zu Datenschutz und Kosten sind damit ein wichtiger Hebel für die weitere Digitalisierung der Branche.
Der größte Vorteil aus Sicht der Salons
Gefragt nach dem einen größten Vorteil, nennen die Salons am häufigsten weniger Terminausfälle durch automatische Erinnerungen (27 %). Es folgen der Überblick über alle Termine (23 %) und weniger Anrufe (18 %).
Die Antworten unterscheiden sich deutlich je nach Nutzung: Salons mit Online-Buchung nennen am häufigsten weniger Anrufe (29 %), gefolgt von weniger Ausfällen und dem Buchen rund um die Uhr (je 22 %). Salons ohne Online-Buchung schätzen vor allem den Überblick (33 %) und weniger Ausfälle (30 %).

Abbildung 8: Größter Vorteil eines digitalen Systems, nur eine Antwort möglich. Quelle: Calendall (2026), n = 73 bzw. 100.
Fazit
Für die befragten Salons ist die Digitalisierung kein Kraftakt, sondern ein Schritt, den fast alle wieder gehen würden. Die Antwort auf die Forschungsfrage lässt sich in drei Punkten zusammenfassen:
1. Erleben: Die größte Hürde ist die Zeit für die Einrichtung. 71 % sind nach spätestens vier Wochen eingespielt, 93 % würden wieder umstellen.
2. Nutzen: Die digitale Terminverwaltung bringt rund 90 % der Salons mehr Überblick und drei Vierteln weniger Terminausfälle. Die digitale Kundenkartei sorgt für Sicherheit bei Kundendaten und Rezepturen. Den größten zusätzlichen Unterschied macht die Online-Buchung: halb so viele Anrufe, mehr Konzentration auf den Kunden (82 % statt 34 %) und mehr gesparte Zeit (2,8 statt 1,6 Stunden pro Woche).
3. Potenzial: Erst 42 % nutzen die Online-Buchung. Zurückhaltende Salons nennen vor allem ihre Kunden und den Wunsch nach Kontrolle, doch drei Viertel von ihnen sind offen dafür.
Häufige Fragen
Lohnt sich die Umstellung auf eine digitale Terminverwaltung für Friseure? Ja. Laut Calendall-Studie 2026 würden 93 % der befragten Salons wieder umstellen, 40 % sogar früher.
Wie lange dauert die Eingewöhnung? 71 % der Salons fühlten sich nach spätestens vier Wochen sicher, 23 % schon nach weniger als einer Woche.
Wie viel Zeit spart ein digitaler Terminkalender? Im Schnitt 2,1 Stunden pro Woche, mit Online-Buchung 2,8 Stunden. Hochgerechnet sind das rund 100 Stunden im Jahr.
Reduziert eine Terminsoftware Terminausfälle? Ja. 76 % der Salons melden weniger Ausfälle, 46 % sogar deutlich weniger – dank automatischer Terminerinnerungen.
Buchen Friseurkunden wirklich online? Ja. Bei 48 % der Salons mit Online-Buchung kommt schon mehr als die Hälfte aller Termine online, oft abends oder am Wochenende.
Methodik und Einordnung
Die Calendall-Studie 2026 „Digitalisierung im Friseursalon“ ist eine Online-Befragung von 173 Friseursalons in Deutschland (51 %), Österreich (29 %), der Schweiz (17 %) und Südtirol. Die Salons wurden per Zufallsstichprobe aus den Friseurkunden gezogen, die mit der Software Calendall arbeiten.
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Umfang: 30 Fragen; je nach Nutzung der Online-Buchung beantwortete jeder Salon 26 bis 28 davon.
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Gruppen: 73 Salons mit Online-Buchung, 100 ohne. Der Anteil von 42 % entspricht dem tatsächlichen Anteil unter allen Calendall-Friseurkunden.
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Auswertung: „Zustimmung“ bedeutet 4 oder 5 auf einer Skala von 1 bis 5. Prozentwerte sind gerundet; bei Mehrfachauswahl ergibt die Summe mehr als 100 %.
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Einordnung: Befragt wurden ausschließlich Salons, die den digitalen Schritt bereits gemacht haben. Die Ergebnisse gelten daher für Salons mit digitaler Terminverwaltung, nicht für das gesamte Friseurhandwerk. Vergleiche zwischen Salons mit und ohne Online-Buchung zeigen Zusammenhänge, keine Kausalität. Angaben wie Anrufe pro Tag oder gesparte Zeit beruhen auf Selbsteinschätzung.
Zitiervorschlag: Calendall (2026): Digitalisierung im Friseursalon. Wie Friseure den digitalen Arbeitsalltag erleben und was digitale Termin- und Kundenverwaltung konkret bringt. Befragung von 173 Friseursalons in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol. www.calendall.com
Abdruck: Grafiken und Zahlen dürfen mit Quellenangabe „Calendall-Studie 2026“ frei verwendet werden.
Pressekontakt: [Julius Unterauer], [office@calendall.com], [+43 676 6106370]
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Calendall ist eine Software für Termin- und Kundenverwaltung für Friseure und Beautybetriebe – mit oder ohne Online-Terminbuchung. Genutzt von über 1.100 Friseur- und Beauty-Artists in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Südtirol.
